
Eine Erkrankung allein erklärt noch keinen BU-Leistungsfall. Entscheidend ist, was sie Ihnen in Ihrem konkreten Beruf nimmt. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice verleiten dazu, Leistungsfähigkeit anzunehmen, wo sie nicht mehr besteht, und Arbeit am Computer ist kein hinreichendes Tätigkeitsbild. Wir übersetzen Ihre berufliche Wirklichkeit in eine belastbare Darstellung gegenüber dem Versicherer.
Annahme: Wer im Homeoffice arbeitet, ist arbeitsfähig.
Homeoffice regelt den Ort, nicht die Leistung. Es sagt nichts darüber aus, ob eine Analyse zu Ende geführt oder ein Entwurf verantwortet werden kann.
Annahme: Flexible Zeiten gleichen Einschränkungen aus.
Sie verschieben Arbeit, sie reduzieren sie nicht. Incidents, Releases und Abstimmungen richten sich nicht nach Ihrer Tagesform.
Annahme: Wer Routineaufgaben erledigt, übt den Beruf aus.
Ihr Beruf ist das Lösen neuer Probleme. Bekannte Handgriffe sind der Rest, nicht der Kern.
Annahme: Bildschirmzeit ist ein Leistungsmaßstab.
Am Rechner sitzen ist kein Berufsbild. Entscheidend ist, was in dieser Zeit entsteht und was nicht mehr entsteht.
Arbeit am Computer beschreibt Ihr Werkzeug, nicht Ihre Verantwortung. Sichtbar wird der Beruf erst, wenn man zeigt, woran Ihre Entscheidungen hängen und was ein Fehler auf jeder Ebene auslöst. Diese Landkarte gehört in jeden Leistungsantrag, weil sie eine Verweisung auf einfachere Tätigkeiten angreifbar macht.
Je weiter eine Ebene unten steht, desto später zeigt sich ein Fehler und desto teurer wird er. Genau deshalb reicht es nicht, einzelne Aufgaben noch zu bewältigen.
Problem verstehen. Anforderungen und Randbedingungen vollständig erfassen. Bei verlangsamter Verarbeitung werden Tickets mehrfach gelesen, Rückfragen häufen sich.
Lösung entwerfen. Alternativen bewerten und eine Architektur festlegen. Bei fehlender geistiger Beweglichkeit entsteht kein Entwurf mehr, sondern nur noch eine Fortschreibung des Bestehenden.
Abstimmen. Den Entwurf gegenüber Team, Fachbereich und Kunde vertreten. Bei Reizüberlastung werden Termine gemieden, Entscheidungen bleiben offen.
Umsetzen. Über Stunden konzentriert arbeiten, ohne den Faden zu verlieren. Bei kurzer Konzentrationsdauer wächst die Fehlerquote, Reviews dauern länger.
Absichern. Tests, Sicherheit und Betrieb mitdenken. Bei Erschöpfung fallen genau die Schritte weg, die niemand sofort vermisst.
Verantworten. Für Betrieb, Incidents und Folgen einstehen. Bei fehlender Belastbarkeit wird die Rufbereitschaft abgegeben, damit auch der Kern der Rolle.
Die Gerichte verlangen von Versicherern präzise Verweisungen und erkennen an, dass am Rechner sitzen noch kein Berufsbild ist.
Eine Verweisung ist nur wirksam, wenn die Vergleichstätigkeit konkret nach Inhalten, Anforderungen und nötigen Fähigkeiten benannt wird. Ein pauschaler Verweis auf Bürotätigkeit oder Arbeit am Computer genügt nicht. Weil psychische Einschränkungen berufsübergreifend wirken, ist die konkrete Verweisung hier besonders schwer durchzusetzen. Umso wichtiger sind aktuelle fachärztliche Befunde.

Wir prüfen Ihr Anliegen gründlich und für Sie vollkommen kostenlos und unverbindlich. Wenn Sie uns vor 16:00 Uhr kontaktieren, melden wir uns noch am gleichen Tag mit einem Terminvorschlag.
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