Die Falschbeantwortung von Gesundheitsfragen bei Abschluss der Risikolebensversicherung

Es gibt Situationen, an die eigentlich niemand denken mag: Jemand kommt bei einem Autounfall oder infolge einer schweren Krankheit ums Leben und hinterlässt seinem Partner und den Kindern Schulden auf das noch nicht abbezahlte Eigenheim. Zu allem Unglück kann sich der Ehepartner die Darlehensraten nicht alleine leisten und muss die Immobilie verkaufen, die Bank für entgangene Zinsen entschädigen und eine neue, womöglich kleinere Bleibe für die Familie suchen. Damit es den Angehörigen im schlimmsten Fall nicht auch so ergeht, werden sogenannte Risikolebensversicherungen angeboten. Eine Risikolebensversicherung ist eine Versicherung für den Todesfall. Sie zahlt die vorher vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen aus, wenn die im Vertrag versicherte Person stirbt.

Sie ist damit eine reine Risikoversicherung, mit der kein Geld angespart wird – im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung, die die Todesfallabsicherung mit Sparen kombiniert. Daher sind auch die Beiträge zu einer Risikolebensversicherung viel niedriger als die einer Kapitallebensversicherung. Besonders tragisch ist es jedoch dann, wenn die vorsorglich abgeschlossene Risikolebensversicherung im Todesfall nicht eintritt. Immer öfter versuchen es Risikolebensversicherungen, sich mit einer Anfechtung des Versicherungsvertrages der Leistungspflicht zu entziehen.

So werden nach dem Antrag auf Auszahlung der Versicherungssumme oftmals die Gesundheitsangaben bei Abschluss des Versicherungsvertrages untersucht. Hat der Antragsteller tatsächlich in,

so besteht nach den §§ 19 ff VVG ein Anfechtungsrecht zugunsten der Versicherung, selbst wenn die verschwiegene Erkrankung nicht im Zusammenhang mit der Todesursache steht. Erfolgt die Falschangabe fahrlässig und steht in keinem ursächlichen Zusammenhang mit der Todesursache, so kann die Versicherung lediglich vom Vertrag zurücktreten und bleibt zur Leistung verpflichtet.

In der anwaltlichen Bearbeitung fällt uns auf, dass Versicherer vermehrt die buchstäbliche Nadel im Heuhaufen suchen und bei vergleichsweise harmlosen Erkrankungen, die erkennbar nicht im Zusammenhang mit der Todesursache stehen, den Vertrag anfechten, damit der Hinterbliebene in jedem Fall nicht die Versicherungssumme erhält. in einem Streitfall vor dem OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.09.2014 – I- Aktenzeichen 4 U 41/13, wurde die notwendige Arglist beispielsweise zugunsten der Hinterbliebenen verneint.

Unerlässliche Voraussetzung eines Anfechtungsrechts der Versicherung sei es, dass der Ehemann der Klägerin zwischen Antragstellung und -annahme positive Kenntnis von einem gefahrerheblichen Umstand im Sinne des § 16 VVG a. F. erhalten hat; eine – auch grob fahrlässige, auf dem Unterlassen sich aufdrängender Erkundigungen beruhende – Unkenntnis begründet die Obliegenheit einer Nachmeldung noch nicht. Durch die Schlusserklärung sei einem Antragsteller auch nicht etwa die Anzeige diagnostischer Untersuchungen zur Abklärung eines Krankheitsverdachtes zwischen Antragstellung und -annahme aufgegeben. In jedem sollten derartige Entscheidungen, die existenzielle Bedeutung haben können, immer fachanwaltlich überprüft werden. Sprechen Sie uns an!

Über OK Rechtsanwälte

Oliver Ostheim

Oliver Ostheim hat seit dem Jahre 2000 seine anwaltliche Zulassung. Als Fachanwalt für Medizinrecht, sowie Fachanwalt für Versicherungsrecht und Fachanwalt für Verkehrsrecht ist er ausgewiesener Experte und Wissensführer.

Mehr zur Vita

Oliver Klaus

Oliver Klaus ist Fachanwalt für Medizin-, und Versicherungsrecht sowie Fachanwalt für Sozialrecht. In dieser Konstellation verfügt er über eine Expertise in den Bereichen Berufsunfähigkeit und Medizinrecht, die nur sehr wenige Rechtsanwälte für sich in Anspruch nehmen könnnen.

Mehr zur Vita
Direkt Kontakt zum Spezialisten.
Wir rufen Sie in den nächsten Minuten zurück!
Recht und Klarheit, das ist OK! Direkt anrufen: 06151 5997466
Oliver Klaus

Zurück

Oliver Klaus

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizin-, Sozial- und Versicherungsrecht

Oliver Klaus hat bis heute hunderte Arzthaftungsverfahren für seine Mandanten erfolgreich abgeschlossen. Als gefragter Vortragsredner ist sein Rat zum Thema "Behandlungsfehler" sehr geschätzt. Nach seinem Studium in Mainz war Rechtsanwalt Klaus Referendar in Düsseldorf an der Arzthaftungskammer beim Landgericht.

Anschließend vertrat er Mandanten einer Großkanzlei im Bereich "Healthcare", bevor er den Fachanwalt für Versicherungsrecht, den Fachanwalt für Medizinrecht und den Fachanwalt für Sozialrecht abschloss. In dieser Konstellation verfügt Rechtsanwalt Klaus über eine Expertise in den Bereichen Berufsunfähgikeit und Medizinrecht, die nur sehr wenige Rechtsanwälte für sich in Anspruch nehmen können. Viele hundert Berufsunfähigkeits-Versicherungsfälle hat Oliver Klaus seit dem im Sinne seiner Mandanten erfolgreich zu Ende gebracht. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Oliver Ostheim

ZURÜCK

Oliver Ostheim

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizin-, Versicherungs- und Verkehrsrecht

Oliver Ostheim, Jahrgang 1967, hat seit dem Jahre 2000 seine anwaltliche Zulassung. Als Fachanwalt für Medizinrecht, sowie Fachanwalt für Versicherungsrecht und Fachanwalt für Verkehrsrecht hat er zum Beispiel als Referent beim Deutschen Medizinrechtstag zu den Themen Arzthaftung und Berufsunfähigkeit gesprochen.

Nach dem Studium an der Goethe-Universität in Frankfurt und dem Referendariat am Landgericht in Darmstadt spezialisierte sich Ostheim bereits früh auf die Themenfelder Medizin- und Versicherungsrecht. Seitdem ist es Ostheim gelungen, sowohl in Arzthaftungsverfahren als auch in strittigen Fällen von Berufsunfähigkeitsansprüchen bundesweit vielen Hundert Mandanten zu ihrem Recht zu verhelfen. Oliver Ostheim ist verheiratet und hat zwei Kinder.