MRSA im Krankenhaus – aus haftungsrechtlicher Sicht

Leider besteht in deutschen Krankenhäusern immer noch ein ernstzunehmendes Risiko, sich mit dem sogenannten MRSA-Keim. Infektionen, die Patienten im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären ärztlichen Behandlung erleiden, werden vom Patient meist nicht als schicksalhaftes Ereignis hingenommen. Vorwürfe mangelnder Hygiene häufen. Nach unserer Auffassung als Patientenanwälte, in Anbetracht zurückliegender Skandale, ein durchaus nachvollziehbares Verhalten.

Die geschuldeten Hygienestandards leiten sich zum einen aus allgemein anerkannten, nicht gesondert definierten Sorgfaltspflichten ab, zum anderen aus solchen Vorschriften, die speziell für den Hygienebereich und auch für die Vermeidung von unerwünschten Infektionsübertragungen entwickelt worden sind.

Der Patient wird einen Prozess, aufgrund der bestehenden Beweislast, nur dann gewinnen, wenn er entweder schwerwiegende Verstöße gegen Hygienestandards belegen oder aber im Zusammenhang mit den Beweisregeln des voll beherrschbaren Risikos den Übertragungsweg beweisen kann.

Der Patient hat es darauf basierend sehr schwer, für seine im Krankenhausbereich erworbene MRSA-Infektion haftungsrechtlich erfolgreich gegen den Klinikträger vorzugehen. Denn ohne eine sogenanntes Aufnahmescreening, welches nicht in jeder Klinik durchgeführt wird, lässt sich der Beweis kaum führen, dass er den MRSA-Keim erst im Krankenhaus erworben hat. Eine reelle Chance besteht nur dann, wenn er vorprozessual Einsicht in die Hygieneaufzeichnungen nehmen kann.

Ob in Ihrem konkreten Fall Aussicht besteht, klären Sie am besten in einem persönlichen Beratungsgespräch, bei einem Fachanwalt für Medizinrecht Ihrer Wahl.

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Oliver Ostheim

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