Finanzielle Unterstützung bei Kinderwunschbehandlung für unverheiratete Paare

Auch unverheiratete Paare können staatliche Kostenübernahme erhalten

Unverheiratete Paare waren bislang bei der Kostenerstattung der Kinderwunschbehandlungen benachteiligt. Endlich gibt es eine Förderung nach der Bundesförderrichtlinie zur „Unterstützung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion“. Diese Änderung ist am 07.01.2016 in Kraft getreten.

Die Einbeziehung unverheirateter Paare in die Förderung nimmt endlich die Lebenswirklichkeit auf. Denn immer mehr Paare leben heute ohne Trauschein dauerhaft zusammen. Paare, die, ob verheiratet oder nicht, die Bundesförderung in Anspruch nehmen wollen, müssen ihren Hauptwohnsitz im Bundesgebiet haben und eine reproduktionsmedizinische Einrichtung im Wohnsitzbundesland nutzen.

Gefördert werden eine IVF-(In-Vitro-Fertilisation) oder ICSI-Behandlung (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Zudem muss sich das Wohnsitzbundesland mit einem eigenen Landesförderprogramm in entsprechender Hinsicht finanziell beteiligen. Derzeit bestehen laut Bundesfamilienministerium Bund-Länder-Kooperationen mit Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Das Land könne dann zusätzliche Voraussetzungen festlegen. Schließlich müssten die weiteren Voraussetzungen nach § 27a SGB V erfüllt werden. Insbesondere müsse die Frau zwischen 25 und 40 und der Mann zwischen 25 und 50 Jahren alt sein.

Die Paare, die in nichtehelicher Lebensgemeinschaft zusammenleben, erhalten Zuwendungen für die erste bis dritte Behandlung in Höhe von bis zu 12,5% und für die vierte Behandlung in Höhe von bis zu 25% des Selbstkostenanteils. Hintergrund dieser Unterscheidung ist, dass bei verheirateten Paaren beim ersten bis dritten Versuch 50% der Gesamtkosten der Behandlung vorab durch die Krankenversicherung abgedeckt sind und somit die Bundeszuwendung bei allen vier Versuchen nur bezogen auf den verbleibenden „Eigenanteil“ erfolgt (in Höhe von bis zu 25%).

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Oliver Ostheim

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