Fehlerhafte augenärztlicher Behandlung führt zu 15.000 € Schmerzensgeld

Die beklagten Augenärzte haben eine Netzhautablösung zu spät erkannt und müssen einem Patienten 15.000 € Schadensersatz zahlen. Das Oberlandesgericht Hamm führt aus, der Patient sei zu lange mit Laserkoagulationen behandelt worden, anstatt frühzeitig an einen Augenchirurgen überwiesen zu werden. Infolge dieser fehlerhaften augenärztlichen Behandlung habe er auf einem Auge 90% seiner Sehkraft verloren (Urteil vom 21.02.2014, Az. 26 U 28/13).

Die Beklagte behandelten den Kläger mit einer Laserkoagulation. Eine Ultraschalluntersuchung nahm sie nicht vor. Die Behandlung wiederholte sie zehn Tage später. In der Folgezeit kam es zu einer Netzhautablösung.

Mit der Begründung, er sei behandlungsfehlerhaft nicht täglich kontrolliert und nicht frühzeitig zur Operation in eine Augenklinik überwiesen worden, hat der Kläger von den Beklagten Schadensersatz verlangt, unter anderem ein Schmerzensgeld von 20.000 €.

Ein medizinisches Sachverständigengutachten zeigte, dass die nach zehn Tagen wiederholte Behandlung mit einer Laserkoagulation nicht mehr indiziert gewesen sei. Vielmehr habe der Kläger spätestens zu diesem Zeitpunkt zum Zweck eines operativen Eingriffs an einen Augenchirurgen überwiesen werden müssen.

Beide Beklagte haften daher nach Ansicht des OLG Hamm für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Klägers. Zu seinen Gunsten greife insoweit eine Beweislastumkehr ein. Zum einen liege es nahe, die Behandlungsfehler der Beklagten als grob fehlerhaft zu bewerten. Von beiden sei zum anderen der sehr wahrscheinlich reaktionspflichtige Befund einer Netzhautablösung nicht erhoben worden. Auch das rechtfertige die Beweislastumkehr, weil es sich ebenfalls als grob fehlerhaft dargestellt hätte, einen solchen Befund zu verkennen oder auf ihn nicht richtig zu reagieren.

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